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Die April-Finalisten im Interview

Zuletzt aktualisiert: vor ein paar Sekunden

Während wir uns nun in der letzten Runde von Bold and Untold befinden, werfen wir einen Blick auf unsere April-Finalist:innen. Unterschiedlicher hätten die Werke nicht sein können. Wie auch nach der März-Runde brannten uns einige Fragen unter den Nägeln, die wir Luka, Mirco, Andrej und Marie unbedingt stellen wollten. Was waren die Herausforderungen und warum haben sie sich für das Self-Publishing entschieden? Erfahrt es hier!

Luka Leben: Das Lied des Mondes

Was war deine größte Herausforderung während der April-Runde und was würdest du ggf. anders machen, wenn du noch einmal von vorne anfangen würdest?

Es ist mir anfangs schwergefallen, über meinen Schatten zu springen und Werbung in eigener Sache zu machen. Privat wollte ich niemanden um Unterstützung bitten und habe damit einige Tage verschenkt. Zwar finde ich es unheimlich wichtig, dass Menschen in der Kreativbranche mehr Selbstbewusstsein entwickeln und dem, was sie tun, selbst einen entsprechenden Wert beimessen, es fällt mir aber leichter, anderen Kunstschaffenden das zu sagen als mir selbst. Im Zuge des Wettbewerbs habe ich von einigen Schreibenden, Malenden oder anderweitig schöpferischen Menschen gesagt bekommen, dass meine Posts sie motiviert haben, auch mehr von ihrer Arbeit zu zeigen. Das hat mir sehr geholfen, dranzubleiben und nicht zu denken: „Jetzt gehe ich sicher schon allen auf die Nerven mit meinem Anliegen.“

Ich will kein Klischee zementieren, aber ich habe den Eindruck, besonders Frauen fällt es immer noch schwerer, selbstbewusst und mit Nachdruck für ihre Sache einzutreten. Sie stellen ihr Licht tendenziell eher unter den Scheffel. Da finde ich, kann man (bzw. Frau!) sich schon öfter einen Ruck geben und versuchen, das Zeigen kreativer Arbeit und das Mitteilen künstlerischer Ambitionen zu normalisieren.

Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schreib-Projekte, die nicht dem Mainstream entsprechen oder sich umstandslos in die typischen Regalfächer der Buchhandlungen einsortieren lassen, von Verlagen selten akzeptiert werden. Die wenigsten wollen ein Risiko eingehen und etwas Ungewöhnliches wagen. Besonders bei der Arbeit mit Wort-Bild-Beziehungen, zum Beispiel in einer Art Graphic Novel-Format oder mit Illustrationen, bin ich vermehrt an Grenzen gestoßen: Manches geht anscheinend gar nicht, vieles wird im Veröffentlichungsprozess nicht so umgesetzt wie gewünscht.

Auch mein aktuelles Roman-Projekt begleite ich mit Illustrationen und es ist mir wichtig, dass Bild und Text so zueinander finden, wie ich es mir vorstelle. Vom Self-Publishing erhoffe ich mir diesbezüglich mehr künstlerische Freiheit und die Möglichkeit, mein ästhetisches Konzept konsequent umzusetzen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

Wenn du dir im Finale den Sieg holst, die Jury also von dir und deinem Manuskript überzeugen konntest, wie geht es für dich weiter?

Ich würde, nachdem ich den glücklichen Augenblick ausgekostet habe, noch einen Feinschliff am Manuskript vornehmen und die Illustrationen fertigstellen. Außerdem würde ich viel Zeit in die Gestaltung des Covers investieren, da mein Buch ja in dieser Haut durchs Leben gehen und seinen ersten Eindruck machen muss. Es soll ansprechend sein, aber auch charaktervoll und ehrlich.

In Hinblick auf die Bewerbung des Buches habe ich durch den Wettbewerb schon einiges gelernt, würde mich aber gerne noch intensiver mit meinen Zielgruppen auseinandersetzen.

Die letzten beiden gesellschaftlich und politisch sehr herausfordernden Jahre waren gleichzeitig die ersten Lebensjahre meine Tochter. Seit ich selbst ein Kind habe, ist es mir ein noch größeres Anliegen, ein wenig von der Liebe zu Geschichten weiterzugeben, die mich schon mein Leben lang trägt. Ich würde mir wünschen, dass auch kommende Generationen das Gefühl kennenlernen, in der Literatur ein Zuhause zu finden, wenn die Welt um einen her verwirrend, beängstigend oder unbefriedigend scheint. – Und sich dann mit etwas mehr Erfahrung, Empathie und auch Vertrauen auf diese komplizierte Welt einzulassen.

Jedenfalls werde ich weiterschreiben. Einige Ideen warten schon geduldig auf ihren Moment! Unter anderem juckt es mich schon in den Fingern, die Grenzen meiner Geschichte zu erkunden und herausfinden, ob sie sich noch weiterführen lässt.

Wo finden wir dich?

Auf Instagram unter lukaleben.illustration.

 

Mirco Mallek: How to Think Like an Underdog

Was war deine größte Herausforderung während der April-Runde und was würdest du ggf. anders machen, wenn du noch einmal von vorne anfangen würdest? 

Es war sehr schwierig für mich, meine Komfortzone zu verlassen, nach außen zu treten und die Leute um Unterstützung zu bitten. Das hat mich sehr viel Überwindung gekostet, aber die Rückmeldungen waren absolut positiv, was mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat. Deshalb würde ich es wohl wieder so machen. Vielleicht würde ich ein paar Leuten mehr eine E-Mail schreiben.

Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Gerade mit dem ersten Buch scheint es mir sehr schwer zu sein, bei Verlagen oder Agenturen unter zu kommen. Deshalb scheint mir Selfpublishing eine gute Alternative zu sein. Zudem fühle ich mich in der Punk- und Hardcore-Szene zu Hause. Ein wesentlicher Bestandteil ist dort die Do-It-Yourself-Kultur (DIY) und Empowerment. So sind Bands, Alben, Fanzines, Konzerte und vieles mehr entstanden. Warum soll das nicht auch mit meinem Manuskript funktionieren?

Wenn du dir im Finale den Sieg holst, die Jury also von dir und deinem Manuskript überzeugen konntest, wie geht es für dich weiter?

Zunächst bin ich dankbar, egal wie es ausgeht. Falls ich tatsächlich den Sieg hole, würde mir das für die Fertigstellung den Rücken freihalten. Das Manuskript ist etwa zu zwei Dritteln fertig. Dann geht es um das Layout, die Veröffentlichung und die Organisation von Lesungen. Ach ja, als Dankeschön für die Unterstützung aus dem Freundeskreis werde ich mit einer Menge Leute einen Tee trinken gehen.

Wo finden wir dich?

Meine Webseite ist https://mirco-mallek.de/. Ich gebe zu, dass ich sie in letzter Zeit ein bisschen vernachlässigt habe. Dafür bin ich auf Instagram aktiver. Dort bin ich als mircosxezu finden.

 

Andrej Winterholler: Wahre Poesie

Was war deine größte Herausforderung während der April-Runde und was würdest du ggf. anders machen, wenn du noch einmal von vorne anfangen würdest?

Ob ich im Nachhinein was anders machen würde? Bei der Vorrunde habe ich sehr viel im Bezug auf Kommunikation gelernt, viel mehr als im Studium im gleichnamigen Fach. Learning by Doing ist eben mehr Wert als pure Theorie. Das Potenzial habe ich also nicht vollständig ausschöpfen können. Jedoch auch wenn die Akquise neuer Stimmen sowie die täglichen Erinnerungen der Community eine Stimme abzugeben nach Ostern kaum eine viertel Stunden eingenommen haben, belief sich mein Einsatz in der ersten Woche auf zwei bis drei Stunden täglich. Auch in der zweiten Woche war das noch ein enormer zeitlicher Aufwand, der nicht zu verachten ist. Im Nachhinein würde ich also durch meine Erfahrung effizienter werden, von mehr Aufwand würde ich dennoch absehen, da ich nun weiß, dass ich ins Finale komme und im Endeffekt für mich sich nichts ändern würde.

Meine größte Herausforderung war das Zuspammen meiner Kontakte. Aber genau das entwickelte sich mit der Zeit zum Spaß. Immer öfter wurde ich von meiner Community dazu aufgefordert, sie täglich an die Abstimmung zu erinnern, und endlich hatte ich einen durchaus legitimen Grund, einige meiner eingestaubten Kontakte nach Jahren und gar Jahrzehnten erneut zu reaktivieren. Der Wettbewerb bot mir eine einmalige Gelegenheit, mein Buch kostenlos über meine eigene Reichweite hinaus zu bewerben, da auch meine Kontakte wiederum für mich geworben haben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen für die großartige Unterstützung bedanken. Vielen Dank Team „Wahre Poesie“, danke Referat Hochschulkommunikation der Hochschule Kaiserslautern, danke AStA Zweibrücken, danke jedem und jeder Einzelnen von euch, dass ihr mein Buch ins Finale gebracht habt! Ihr habt fleißig rumgeklickt und an Freunde verschickt. Das Büchlein wird zwar sehr schlank, doch euch gebührt mein Riesendank!

Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Für Selfpublishing habe ich mich entschieden, um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Es mangelt mir an Zeit, mich mit Verlagen und Agenturen rumzuschlagen. Versteh mich nicht falsch, ich schätze die Unterstützung und den Mehrwert, die ein Verlag mit sich bring, allerdings muss ich zunächst auch sehr viel Zeit in den Verlag investieren. Da liegt es einem nahe, Bücher selbst zu verlegen.

In diesem ganz speziellen Fall gibt es aber noch einen weiteren Grund für meine Selfpublishing-Entscheidung. Das binäre Thema des Buches ist polarisierend, es geht um die Wahrheit(en), um Perspektiven, es geht um meine persönliche Sicht, was wahr und was falsch ist. Da möchte ich mir nicht von einem Verlag reinreden lassen, wie ich meine Ansichten auszulegen habe.

Wenn du dir im Finale den Sieg holst, die Jury also von dir und deinem Manuskript überzeugen konntest, wie geht es für dich weiter?

Ehrlich gesagt erträume ich mir mit einem lyrischen Debüt-Buch gegen professionelle, erfahrene Autoren noch keinen Sieg. Andererseits wurde ich bei der Vorrunde von meiner Community sehr überrascht. Daher lasse ich mich gerne auf das "was wäre wenn"-Spiel ein, vor allem aber, weil die Antwort so naheliegend ist. Das Manuskript soll korrekturgelesen werden, ebenso das Lektorat wäre sinnvoll. Zeitgleich soll das Manuskript um einige Illustrationen ergänzt werden. Auch der Buchsatz ist bisher noch nicht zu 100 Prozent überzeugend. Anschließend kommen der Druck, die Produktion des E-Books und die Vermarktung. Auf einen bestimmten Teil der Vermarktung freue ich mich besonders: Bei Poetry-Slams werde ich aus meinem Buch vorlesen, wer Lust auf mehr bekommt, darf das Buch direkt bei mir erwerben. :-)

Wo finden wir dich?

Ihr könnt mich gerne auf meiner Website besuchen, die ist meistens besser aufgeräumt als mein Schreibtisch. Es braucht also niemand, sich vorher anzumelden. https://andrej.winterholler.me/

Hin und wieder kündige ich meine Poetry-Slam-Autritte auf Facebook an. Solltet mich also jemand live sehen wollen, dann wäre das die richtige Adresse: https://www.facebook.com/andrej.winterholler/

Mein Insta-Account muss erst das Laufen erlernen, aber vielleicht macht es seine ersten Schritte, soweit auch „Wahre Poesie“ auf den Markt gekommen ist. Folgt mir auf Instagram und ich halte euch up to date: andrej.winterholler

 

Marie Lucht: Glow with the flow

Was war deine größte Herausforderung während der April-Runde und was würdest du ggf. anders machen, wenn du noch einmal von vorne anfangen würdest?

Meine größte Herausforderung war ganz einfach anzufangen: über den Schatten zu springen, mein Manuskript hochzuladen und sichtbar zu werden. Ich war schon etwas spät dran und bin erst ca. Mitte April in den Wettbewerb eingestiegen. Ich saß beim Bäcker und war schon kurz davor mein Manuskript doch erst im Mai abzugeben. Die Internetverbindung wurde instabil, während die Bäckerin mit Berliner Schnauze die Kunden begrüßte. Wenn ich also nochmal von vorne anfangen würde, würde ich also versuchen früher dran zu sein und vielleicht auch etwas mehr von meinem Buch hochzuladen: ohne Backblech - Orchester. 

Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Ich wollte unbedingt meine Rechte behalten und habe auch keine Zeit, mich bei Verlagen zu bewerben und so viele Bewerbungen abzusenden. Ich glaube, es ist ein längerer Prozess, auf den man sich auch wirklich einlassen muss. Entweder man will es ganz oder gar nicht. Nur so halb einen Wunsch ans Universum abzuschicken, funktioniert meistens nicht. Da schon viele Freunde mich gefragt hatten, wo sie etwas lesen können von mir, hab ich dann einfach Nägel mit Köpfen gemacht. Ich wollte einfach nicht mehr warten. 

Wenn du dir im Finale den Sieg holst, die Jury also von dir und deinem Manuskript überzeugen konntest, wie geht es für dich weiter?

Dann werde ich definitiv durch die Wohnung tanzen und singen, alle meine Freunde anrufen und sie damit nerven, dass ich gewonnen habe. Vor allen Dingen werde ich das Geld in ein Lektorat und in eine Übersetzung stecken, da ich mein Buch auch auf Englisch herausbringen möchte. Der Rest geht dann in einen Jeep, aus dem ich EFT anbiete, Marketing für das Buch und in eine Non-Profit-Organisation für den Weltfrieden. Ich schicke euch dann natürlich Live - Videos von meiner Weltreise und werde hautnah berichten. Versprochen. :) 

Wo finden wir dich?

Ihr könnt mich auf Instagram bei marielucht finden. Auf meiner Website könnt ihr hier mehr Blog-Artikel lesen: 

https://www.marielucht.com/blog

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